Tag 3: Jetleg-Mood in Kanazawa

Tag 3 ist schnell erzählt: Ich habe schlecht und wenig geschlafen, der Jetlag lähmt mich. Draußen ist deutsches Novemberwetter. Ganz früh am Morgen besuche ich den Fischmarkt und schieße Fotos. Gegen Mittag mache ich mich zu den empfohlenen Sehenswürdigkeiten auf: ein Viertel mit kleinen alten Häusern aus der Edo-Zeit, wo sich die Touristen mit den Rollkoffern wieder treffen und sich europäische Frauen für Selfies als Geishas verkleiden und in viel zu engen Kleidern durch die Gassen stöckeln. Ich mache keine Fotos.

Außerdem hat Kanazawa einen in ganz Japan bekannten Park, der bei dem Wetter aber auch keinen Spaß macht. Ich gehe wieder zum Shopping Center an den Stand mit den leckeren Fertiggerichten, und „meine“ Verkäuferin freut sich, dass es mir geschmeckt hat und ich wiedergekommen bin. Heute kaufe ich eine Suppe – wegen des Wetters und, um meine Stäbchenfertigkeiten auf ein höheres Level zu bringen.

Eine Dusche in der Flugzeugkabine beendet den Tag. Keine Jena-Vibes.

Weitere Eindrücke

Das war ein kurzer Text , deshalb bleibt Platz und Zeit, sich einem besonders faszinierenden Thema zu widmen:

Von wegen stilles Örtchen: Japanische Toiletten

Japanische Toiletten sind High-Tech-Kunstwerke. Im Gegensatz zu europäischen Toiletten mit zwei Spültasten, verfügen sie über ein ganzes Tastenfeld zur Steuerung der umfangreichen Hygiene-Funktionen. Ein Druckknopf löst einen Wasserstrahl aus, der potentiell verunreinigte untere Körperregionen säubert. Dabei lassen sich die Stärke sowie der Bewegungsmodus des Strahls als auch die Temperatur individuell einstellen. Die Klobrille ist selbstverständlich beheizt. Zur Spülung stehen drei unterschiedliche Stufen zur Verfügung.

Bedienfeld einer japanischen Toilette (auf der Oberseite befinden sich weitere Knöpfe)

Nach der Intimdusche kann zum Trocken die Föhnfunktion genutzt werden. Für mehr Privatsphäre spielen öffentliche Toiletten auf Knopfdruck Geräusche ab. Ein weiterer Wohlfühlfaktor sind Duftsprays, die unangenehme Gerüche überdecken. Am besten, man probiert alles mal aus. Alle Modelle haben einen einheitlichen Stoppknopf – der setzt dem Spuk ein Ende, sollte es zu bunt werden.

Der bekannteste Produzent von Toiletten ist die Firma TOTO in Kitakyushu. Dort gibt es ein futuristisches Museum, dass sich der japanischen Toiletten-Philosophie widmet: https://jp.toto.com/en/knowledge/visit/museum

Datum: 31. Oktober 2025 — Ort: Kanazawa

Tourismus in Japan

Im Jahr 2024 hat sich der weltweite Tourismus fast vollständig vom pandemiebedingten Einbruch erholt. Weltweit wurden rund 1,4 Milliarden internationale Reisen gezählt – etwa 99 % des Niveaus von 2019.

Japan erreichte ein neues Rekordjahr: 36,9 Millionen ausländische Gäste besuchten das Land – rund 16 % mehr als 2019. Die Touristenausgaben stiegen auf 8,1 Billionen Yen, womit der Tourismus nach der Autoindustrie der zweitwichtigste Exportsektor Japans wurde.

Die wichtigsten Herkunftsländer 2024 waren:

  1. Südkorea (8,8 Mio.)
  2. China (7,0 Mio., starker Anstieg nach schwachem Vorjahr)
  3. Taiwan (6,0 Mio.)
  4. USA (2,7 Mio.)
  5. Hongkong (2,7 Mio.)

Wachstumstreiber waren unter anderem die Erholung internationaler Flugverbindungen, günstige Wechselkurse sowie umfangreiche Werbemaßnahmen. Etwa 70 % der Gäste besuchten die Metropolräume Tokio, Osaka und Nagoya, während nur 30 % die Regionen bereisten.

Japan möchte die Regionaltourismus fördern und entwickelt neue hochwertige Erlebnisangebote außerhalb der Großstädte. Gleichzeitig ist der japanische Auslandstourismus mit rund 13 Millionen Reisen weiterhin schwach – nur 65 % des Niveaus von 2019.

Die Tourismusbehörde hat ehrgeizige Ziele: 60 Millionen Gäste bis 2030 und 15 Billionen Yen Einnahmen.

Source: The Japan International Transport  and Tourism Institute, USA


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